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Mechanische Uhren aus dem Schweizer Jura


                                   Firmen-Geschichte

  Die Geschichte von Auguste Reymond begann 1898, als ein junger Mann von 27 Jahren in
  Tramelan eine Wohnung mietete und mit einer Handvoll Uhrmacher die erste der Uhren
  baute, die seitdem seinen Namen tragen.
  Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 1910 war das bescheidene Unternehmen zu einer
  Manufaktur gewachsen mit über 100 Mitarbeitern und eigenen Gebäuden und sein
  Gründer gehörte zu den "Uhren-Baronen".

  Die hochgeschätzten Werke, die von der Manufacture A. Reymond hergestellt und weltweit
  unter der Marke UNITAS berühmt wurden, waren für ihre Zuverlässigkeit und ihren
  konkurrenzlosen Preis bekannt und wurden deshalb auch von vielen Uhrenherstellern
  verwendet. Der letzte Überlebende der UNITAS-Werkfamilie ist das Taschenuhren-Kaliber
  6497/6498, das heute noch von der Firma ETA produziert wird.

  Das Wachstum der Manufacture wurde vom Börsenkrach im Jahr 1929 stark gebremst.
  Auguste Reymond war gezwungen, die finanzielle Führung seiner Firma einem Konzern von
  Schweizer Investoren zu überlassen. Er blieb jedoch bis 1934 als Generaldirektor in seinem
  Unternehmen.

  Auguste Reymond war ein unermüdlicher Reisender. Mit seinem Kollektionskoffer in der
  Hand fuhr er quer durch Stadt und Land, um mit immer frischer Begeisterung seine
  neuesten Modelle vorzuführen. Augenzeugen erinnerten sich, einen weißbärtigen Herrn
  gesehen zu haben, der seine Armbanduhr in ein Glas Champagner fallen ließ, bevor er sie
  durch die nobelsten Speiseräume Europas warf, um dann auf den maître d'hôtel zu warten,
  der sie in perfektem Zustand zurückbrachte. Diese kleine Inszenierung erlaubte es
  Auguste Reymond, seinen skeptischen Kunden zu beweisen, dass seine Uhren tatsächlich
  wasserdicht und stoßsicher waren, was zu jener Zeit eine technische Revolution bedeutete.

  Nach dem Ausscheiden ihres Gründers blieb die Manufacture seinem Pioniergeist treu,
  indem sie stets in der Avantgarde der technischen und ästhetischen Forschung der
  Uhrenbranche blieb. So entwickelten Anfang der fünfziger Jahre die Ingenieure von
  Reymond zwei Produktlinien, die der Marke ihren Ruhm während mehr als 20 Jahren
  sicherte. Es handelte sich um die Digitaluhren mit "springender Stunde" und die "Braille
  Uhren" für Sehbehinderte. Bis heute ist Auguste Reymond der absolute Spezialist für
  Blindenuhren geblieben, die weltweit unter der alten Hausmarke A R S A  ( die Abkürzung
  für A
uguste Reymond S.A. ) vermarktet werden.
  1994 wurde unter dem Namen "Jumping Jive" die Nachahmung einer Uhr mit
  "springender Stunde" gebaut. Die 500 Stück aus dieser Auflage gehören zum Schatz der
  Sammler seltener Uhren.

  Die altgewordene Firma wurde durch die "Quartzkrise", die die gesamte Uhren-Industrie
  in der Schweiz in den späten siebziger Jahren überraschte, schwer getroffen. Während
  dieser finsteren Jahre hatte sich in der Schweiz das Vertrauen zur Uhrenbranche spurlos
  aufgelöst und niemand war noch bereit, auch nur einen einzigen Rappen auf ein Uhren-
  Unternehmen zu setzen. So kam es, daß die Manufacture A. Reymond liquidiert wurde.
  James Choffat, einer ihrer früheren Direktoren, wurde zu ihrem Retter, indem er
  zurückkaufte, was noch zu retten war und weiterhin wieder A. Reymond-Uhren fertigte
  - die meisten mit Quartzwerken, die damals der Markt wollte - für die wenigen Kunden,
  die der Marke treu geblieben waren.

  Erst 1989 stieg die Firma Auguste Reymond wirklich wieder buchstäblich wie "Phönix aus
  der Asche". Sie wurde von Nitella, einer anderen Uhrenfabrik in Tramelan, zurückgekauft
  und Thomas Loosli, damals wieder ein junger Mann von 27 Jahren, mit einer Profession in
  Kunstgeschichte und französischer Literatur und Erfahrung als Uhrendesigner, übernahm
  die Geschäftsführung. Die Herausforderung, die sich Thomas Loosli setzte, war, die
  "guten alten" mechanischen Uhren von Auguste Reymond wieder zum Leben zu erwecken.
  In knapp 2 Jahren entwarf er also eine völlig neue Kollektion von mechanischen Uhren, die
  im mittleren Preissegment lagen. Unter dem Impuls ihres neuen Direktors erbrachte die
  Marke den Beweis, daß ihr uhrmacherisches Können nicht verloren gegangen war, indem
  sie Hausspezialitäten anbot wie einen Automatik-Armbandwecker, eine Taschenuhr  mit
  1/4-Stunden-Repetition, einen Regulateur oder eine "Doktor-Uhr" mit dezentrierten
  Zeigern. Alte UNITAS-Werke, die vollkommen restauriert wurden, zählten auch zu den
  Raritäten der letzten Kollektionen. Solche Original UNITAS-Kaliber enthielten die Modelle "Boogie", die in limitierter Auflage hergestellt wurden.

  Innerhalb von mittlerweile 25 Jahren hat die kleine Marke ihren Platz im Hof der Großen
  wieder gefunden und ihre Uhren, deren Namen zum Teil von der Jazzmusik inspiriert sind,
  sind weltweit wieder ein Begriff für Liebhaber der schönen Uhrmacherei geworden.

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1920  -  ARSA Chronometer

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ARSAMATIC  -  Armbanduhr mit
"springender Stunde", produziert in
den späten 60er Jahren

 

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